Rainer Liesenfeld,
Jhrg. 1963,

Ursprüngliche Ausbildung: Dipl.-Agraringenieur mit Referendariat / integrierter Lehrerausbildung.
Nach Forschung über die Agrarberichterstattung langjährig im Journalismus tätig gewesen.

Seit 2009 dem Thema Hund verschrieben. Beruflich wie privat.


Verhaltenskonsequenz - Verhaltenseindeutigkeit - Verhaltenstreue.
Vaterschaften…

Endgültig auf den Hund kam ich, als ich mit Bella, einer Deutschen Schäferhündin noch mit „ursprünglichem“, gesunden Körpergebäude, die Hundeschule Bonzza in Wesseling besuchte und mit ihr gemeinsam absolvierte. - Ein altes Schwarzweiß-Foto zeigt mich mit drei Jahren neben dem wohlerzogenen Hund Terry einer Nachbarin, die mit uns Kindern und ihrem Vierbeiner gemeinsam spazieren ging. Das Foto zeigt tatsächlich einen Tibet“terrier“. - Cognac, benannt nach seiner Fellfarbe wie seinem Kaufpreis, gehörte zu meinen späteren Kindheitsbegleitern. Dieser Senfhund, importiert aus Griechenland, durchstreifte die Gassen, Straßen und Plätze einer Eifler Kleinstadt mit dem Selbstverständnis eines erwachsenen Menschen (Blick nach links und rechts vor Überqueren des Zebrastreifens). So wie Cognac waren etliche Hunde in den frühen 70-ern frei herumlaufend unterwegs. Sie trafen sich zufällig mit spielenden Kindergruppen, tollten mit diesen gemeinsam – und trabten wieder ihres Weges. Die Schäferhunde der Bauern zerbissen uns die Fahrradreifen, wenn wir zu schnell oder nicht schnell genug die Hofstellen passierten. Kein Hahn krähte danach. Kein Ordnungsamt wurde in Aktion gesetzt. Keine Versicherung verständigt. Es gehörte zur Kindheit. Heute in Deutschland fast undenkbar.

Beginnend mit den sozialen Interaktionen in einer geführten Welpengruppe, ist der Besuch der Hundeschule längst Regelfall. Die Hundeschule ist nicht nur eine (willkommene) Herausforderung für den Hund. Sie ist es noch mehr für dessen menschlichen Begleiter. Wer Kinder hat, der  weiß, wie erziehungswichtig Konsequenz, Verlässlichkeit, Eindeutigkeit für den eigenen Nachwuchs sein können: dem Kind Halt geben, damit es aus der Sicherheit und Geborgenheit heraus wachsen, sich langsam Freiräume erobern kann.

Wer keine Kinder hat, der lernt, als Hundehalter, die Bedeutung von Verlässlichkeit, (Signal-)Eindeutigkeit und Verhaltenskonsequenz in einer Hundeschule kennen.
Auf diesen drei Basisgrößen fußt auch die Betreuung der mir anvertrauten Hunde. Am meisten lernte ich übrigens durch meine eigenen Hunde. Der erste sollte ein Riesenschnauzer werden. Per Zufall wurde es Grace, eine Dobermann-Hündin, die ich in Zweithalterschaft übernahm. In ihrer Nachfolge: Dobermann-Hündin Amber. Ich war keineswegs immer der ruhige, gleichmütige Typ Mensch. Aber die Hibbeligkeit eines Dobermanns lehrt dessen Halter recht schnell, Contrapunkte zu setzen. Ich habe keine Reue, auf den eigenen Hund nicht verzichtet zu haben. Es kommt meinen Kunden, den mir anvertrauten Tieren zugute.