Corona-Jahr 2020: Hundebetreuung und Corona

 

Zum 15.03.2020 war klar, dass das komplette Saisongeschäft Ostern wegfallen würde. Die Hotels in Österreich schlossen. Die Urlaubsreisen, damit auch die gebuchten Hundebetreuungen, wurden komplett storniert.

Mit dem Sommergeschäft ging es weiter. Ebenfalls Komplettausfall, da gesetzliche Reisebeschränkungen ausgerufen wurden. Verlust, vorerst, um die 10.000 Euro. Hinzu kamen die Ausfälle wegen der Kurzarbeiter- und Homeoffice-Regelungen sowie wegen des Rückzugs von Risikogruppen aus dem gesellschaftlichen Leben ins Häusliche, auch Kundenausfälle wegen betriebsbedingter Kündigungen.

Der betriebswirtschaftliche Schaden? Nun je, höhere Gewalt. Gegeben.

Der volkswirtschaftliche Schaden: Irrsinn! Standen und stehen die politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im Verhältnis zu den langfristigen volkswirtschaftlichen Schäden? Große gesamtgesellschaftliche Diskussion.

Und uns, die wir im Sektor der hundebezogenen Dienstleistungen tätig sind, als Ausführer, Trainer, Tagesbetreuer, uns ging es noch vergleichsweise gut. Komplettausfall in der Gastronomie, im Eventmanagement, bei den Schaustellern, im Messebau, im Gewerbe der käuflichen Liebe, bei den Bühnenkünstlern. Über Monate. Die große Pleitewelle – für den Herbst/Winter wird sie erwartet. Solche Ausfälle über solch lange Zeiträume, über Monate, hält kaum ein Betrieb, kaum ein Einzelselbstständiger durch.

 

Dickes Dankeschön an meine Stammkunden! Dickes Lob an die Hundehalter!

Was konnte ich froh über meine treuen Stammkunden sein! Danke an all die Angestellten und Beamten, die den Perspektivwechsel zu den Selbstständigen vollziehen konnten! Ohne euch liebenswerte, empathische Kunden, ohne Treue in Notzeiten, ohne Zusatzbuchungen zum Abfangen der Saisonausfälle – ich hätte einpacken können.

Ja, ich verlor – für meine Verhältnisse – verdammt viel Geld. Und ich sah das Positive. Die gewonnene Zeit. Zeit, um diese Webseite zu gestalten bzw. gestalten zu lassen. Zeit für das Abfedern des Überschwangs meiner kleinen Doberin Amber. Die Zeit, die ich ihr nun zusätzlich zu widmen vermochte, tat ihr so unendlich gut. Freie Wochenende im Sommer – seit Jahren nicht mehr gehabt. Nun hatte ich sie für Amber. Und sie dankte es mir.

Wohl alle Hundebesitzer erlebten ihre Hunde in diesen Monaten wohl in ganz neuem Licht. Gingen mit ganz neuer Widmungskraft auf ihre Tiere ein. Sei es, um die ungewohnte Langeweile totzuschlagen, nachdem der Keller aufgeräumt, das Dach saniert und die Wohnung generalüberholt war. Sei es, weil sie sich schon längst vorgenommen hatten, endlich mit dem eigenen Vierbeiner zu arbeiten.

Nie zuvor sah ich um mich herum so wohlerzogene Hunde, mit denen ihre Halter sichtbar arbeiteten. Enormes Plus in Sachen Hund-Halter-Bindung! Auch, wenn ich und andere kein Geld daran verdienten – es tat einfach gut, das zu sehen! Es machte lächeln.

Die Hunde selbst – sie hatten die Luxuszeit ihres Lebens: Den ganzen Tag bei Herrchen und Frauchen, tiefenentspannt dösend, während die Halter ihren Homeoffice-Verpflichtungen, den plötzlich hippen Video-Konferenzen und ihren dienstlichen Telefonaten nachgingen. Die Zeit, die Herrchen und Frauchen sonst morgens und abends im Autobahnstau verbrachten – jetzt war sie für die Hunde da! Die Umstellung zurück auf Normalbetrieb klappte dennoch wunderbar.

 

Die Hunde haben wohl Glück gehabt! Die Hundehalter auch.

Wie sieht es nun aus in Sachen Corona und Hunde? Die folgenden Informationen sind, mit Stand 04.08.2020, einer Seite der Internetpräsenz „Quarks.de“ entnommen:

Die Haustiere Katzen und Hamster scheinen bei Corona anfällig für den Erregertypus SARS-Cov2 zu sein; bei Hunden jedoch sollen keine Symptome auftreten. Laut einer Studie aus Norditalien in 2020 sollen sich Haustiere durchaus beim Menschen anstecken können. Bislang seien jedoch keine Fälle bekannt, in dem sich – umgekehrt – ein Mensch bei einem Hund angesteckt hätte.

Die Übertragung des virösen Erregers von Mensch zu Mensch über den Berührungskontakt zu Halsbändern, eher zu Leinen – durchaus denkbar. Untersuchungen, wie lange sich die Viruspartikel auf unterschiedlichen Oberflächen halten, Metall, Kunststoffe, Holz, lagen recht schnell vor. Nun, ich führe meine Kundenhunde an meinen eigenen Leinen aus. Die Desinfektion der Hände vor und nach Berührung von Türklinken und WohnungskHlingeln, das war in jedem Winterhalbjahr auch vor Covid 19 Routine. Als Selbstständiger darf man nicht krank werden. Entsprechend umsichtig verhält man sich.

 

Umstrukturierungen infolge Covid19

Es wird einige Umstellungen, Umstrukturierungen infolge der Covid19-Pandemie geben, auch in meinem Betrieb: Mehrtagesbetreuungen werden künftig nur noch von montags bis freitags möglich sein. Interessenten sollten also für die Wochenenden eine Betreuungsregelung des Hundes innerhalb Familie oder Freundeskreis organisieren. Ausnahmen sind für Notfälle langjähriger Stammkunden vorgesehen.

Der Samstag soll künftig freibleiben für Beratung und hundeschulische Dienstleistungen (vorläufig weiterhin Einzeltraining Hund-Halter-Paar). Der Sonntag: gehört künftig meiner Hündin, meiner Buchhaltung, meinem Energieauftanken.

 

Rainer Liesenfeld, Belloservice Vorgebirge, im September 2020