Eine Meldung von Mitte Juni 2020: Drei Monate nach Ausrufung der Corona-Pandemie gebe es einen Ansturm auf die Tierheime, so die "tageschau". Nicht etwa, um Tiere abzugeben, zum Beispiel aus Sorge, finanzielle Lasten aufgrund des allgemeinen Wirtschaftseinbruchs nicht mehr schultern zu können. Sondern umgekehrt, in nachfragender Weise. Es gehe den Anfragern darum, bei Homeoffice- oder Kurzarbeitsbedingungen eine Begleitung des veränderten Alltags zu haben.

Lea Schmitz, die Leiterin der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Tierschutzbundes, erklärt sich das so: In Krisenzeiten würden Menschen sich auf das Wesentliche besinnen. "Unsere Tiere fühlen mit uns, leisten uns Gesellschaft, lenken uns ab und spenden Trost".

Die Gassi-Runde mit Hund oder das Spiel mit der Katze gewissermaßen als Pausen-Unterhaltung. So habe es auch Angebote gegeben, Haustiere auf Zeit zu sich zu nehmen. Begeistert sind die Tierheime davon nicht. Insbesondere Hunde brauchen Kontinuität, ein verlässliches Zuhause, ein gewohntes Umfeld auf Dauer.

Man darf gespannt sein, wie sich die Situation im anstehenden Herbst 2020 darstellen wird, wenn die allgemeine Situation zusätzlich zu den pandemisch begründeten Wirtschaftseinschränkungen mit betriebsbedingten Kündigungen und höherer Arbeitslosigkeit belastet sein wird. Das Kurzarbeitergeld für die Angestellten wird nicht ewig gezahlt. Und auch die Beamten können nur an Sold beziehen, was die übrigen Werktätigen an Steuern zu zahlen vermögen. Hoffen wir das Beste, auch für die Vierbeiner!

Rainer Liesenfeld, im September 2020