Informationen zu SARS-CoV-2: Mensch-Hund, Hund-Mensch, Hund-Hund (Stand: Dez. 2020)

Seit nunmehr 3/4 Jahr gilt das Sars-CoV-2-Virus als pandemisch wirksam. Viele Hundehalter sind verunsichert hinsichtlich denkbarer gesundheitlicher Risiken in der Mensch-Hund-Beziehung. Etliche Halter sind durch entsprechende Mensch-Mensch-Kontakte in Quarantäne-Situation geraten. Auch, weil sich damit ein externer Betreuungsbedarf der Hunde ergibt, sei aktuell informiert.

Ich sprach mit Herrn Dr. Westarp, dem Amtsleiter der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Rhein-Sieg-Kreises. Er ließ mir freundlicherweise ein Infoblatt des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) zukommen. Hintergrund der folgend übermittelten Informationen des FLI war eine Anfrage aus Thüringen bzgl. des Einsatzes von Rettungshunden bei Feuerwehreinsätzen und das damit zur Frage stehenden seuchendynamischen Potentials beim Sars-CoV-2-Virus.

FRAGE:

Gibt es eine Übertragung von Sars-CoV-2 vom Menschen auf den Hund?

ANTWORT:

Es gibt darüber aus mehreren Staaten einzelne Berichte. Es handelte sich je um DIREKTE Kontakte zwischen Mensch und Hund (entweder per Nachweis oder als wahrscheinliche Annahme). Klinische Auffälligkeiten bei diesen Hunden traten zumeist NICHT auf. (Sit et al., Nature, 2020).

FRAGE:

Gibt es eine Übertragung von Hund zu Hund?

ANTWORT:

Bei in-vitro-Infektionsexperimenten (unter Laborbedingungen) mit direkt inokulierten Hunden vermehrte sich das Virus nur bei einem Teil der Hunde. Die Replikation des Virus erfolgte dabei auf niedrigem Niveau. Keines der Tiere erkrankte klinisch. Direkte (andere) Kontakttiere wurden NICHT infiziert. Die nach Infektion der Tiere erfolgte Serokonversion (= im Blutbild nachweisbare Antikörperbildung) fiel im Regelfall geringgradig aus. (Bosco-Lauth et al.. PNAS, 2020; Shi et al., Nature, 2020). Der Antikörper-Nachweis gelang auch bei Feldstudien (in vivo).

FRAGE:

Gibt es eine Übertragung des Virus vom Hund auf den Menschen?

ANTWORT:

Eine ... Übertragung durch infizierte Hunde ist ... nach derzeitigem Kenntnisstand sehr unwahrscheinlich. Berichte oder Hinweise zu zoonotischen Übertragungen liegen derzeit nicht vor.

 

Soweit die meinerseits aus einer Din-A4-Seite nochmals gerafften Informationen. Ich bin mir bewusst, dass plakative Absolutaussagen dem menschlichen Sicherheitsbedürfnis zupass kommen. Derlei Aussagen gehören jedoch nicht zum Wesen seriös betriebener Natur-, hier Biowissenschaften.

Ich bitte im Sinne aller darum, aus den Informationen keinerlei Nachlässigkeiten oder Ignoranz abzuleiten. Denn politisches Agieren mit Begründung auf diese Pandemie ist das eine. Die Pandemie selbst ein zweites. Das Ausführen von Hunden, deren Halter unter Quarantäne stehen, erfolgt meinerseits an gesonderten Leinen, Handdesinfektion nach Berührung von Türklinken etc. gehört m.E. in den Wintermonaten zum guten Ton. Das gesetzgeberisch vorgeschriebene Tragen einer Mund-Nase-Maske in Teilen des Öffentlichen Raums scheint umstritten. Eine schützende Wirkung dürfte m.E. u.a. von der Webdichte des verwendeten Stoffs abhängen. Eine sichere Barriere gegen das Virus deucht mir unwahrscheinlich, wahrscheinlich erachte ich durch die Maske jedoch die Minderung der Virendichte im Schleimhautbereich des Mund-Nasen-Raums. Ich selbst hatte während meines Studiums (der Agrarwissenschaften) kaum mit dem virologischen Fach zu tun, meine Kenntnisse beschränkten sich damals auf Arbeiten mit phytopathogenen (Mikro-)pilzkulturen. - Aus der Sicht eines Selbstständigen: Man hat nicht krank zu werden. Ich darf, ein wenig schwarzhumorig vielleicht, daran erinnern, dass auch eine Lebensversicherung nicht den Zweck verfolgt, den individuellen Tod auszuschließen. Mehrzellige Lebewesen mit meiotischen Fortpflanzungsgegebenheiten neigen dazu, individuell zu sterben. Wer die Liebe kennt, kennt zwangsläufig den Tod (biologische Aussage, poetisch formuliert).

 

Rainer Liesenfeld, am 27. Dezember 2020

Letzte Aktualisierung 28. Dezember 2020